Cameo Magazin – Gedanken über Gastfreundschaft

Ausgabe 2: Kloster Weingarten

Der Rottenburger Bischof Dr. Gebhard Fürst handelte nach dem Vorbild des Martin von Tours. Denn Nächstenliebe hieß für ihn auch, sich solidarisch Wohnraum zu teilen. So kam es, dass im April 2014 Geflüchtete in das leerstehende Gästehaus des Klosters Weingarten einzogen. Obwohl Klöster schon immer Herbergen für Flüchtlinge gewesen sind, glich es einer kleinen Sensation, dass ein Kloster zur Flüchtlingsunterkunft wurde. Häufig sind es hingegen triste Zweckbauten, ehemalige Kasernen oder Container-Dörfer. Das Kloster Weingarten auf dem Martinsberg blickt auf eine lange Geschichte zurück.
Seit 1056 lebten dort Benediktinermönche, und das Kloster war eines der größten Süddeutschlands. In der Region besitzt es daher eine besondere Stellung und ist Symbol für Glaube und Tradition.
Heute findet man dort keine Benediktinermönche mehr, sie zogen 2010 mangels Nachwuchs aus. Drei Franziskaner-Nonnen kümmern sich zusammen mit einem Sozialarbeiter des Landkreises Ravensburg um die 39 männlichen Flüchtlinge aus Kamerun, Nigeria und Eritrea.



 

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TYPOGRAFIE/GRAFIK: Marc André Offenhammer
KONZEPT/FOTOGRAFIE: Sebastian Cunitz, Julius Matuschik
TEXT: Luna Ali

 

 



Ausgabe 1: Hotel Aachen

Über Europa verteilt gibt es verschiedene Flüchtlingsrouten, die abhängig von Transportkosten, geeignetem Verkehrsmittel, aber auch Frequenz der Zollkontrollen ständig variieren. Eine dieser Flüchtlingsrouten ist der Thalys-Zug zwischen Paris und Köln. Die erste Station hinter der belgischen Grenze ist die Stadt Aachen, in der deutsche Grenzbeamte den Zug betreten, um Ausweiskontrollen durchzuführen. Personen ohne gültige Papiere werden in Aachen festgehalten. Asylbewerber oder Flüchtlinge werden dann auf Heime in ganz Nordrhein-
Westfalen verteilt. Minderjährige jedoch müssen laut Gesetz in derjenigen Gemeinde bleiben, in der sie zuerst aufgegriffen wurden. So kam es, weil die Flüchtlingsroute „Thalys“ von Frankreich nach Deutschland sehr stark frequentiert ist, dass nun alle Heime für minderjährige Flüchtlinge überfüllt sind. Aus Platzmangel musste die Stadt Aachen die jungen Flüchtlinge in Hotels unterbringen.



 

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TYPOGRAFIE/GRAFIK: Marc André Offenhammer
KONZEPT/FOTOGRAFIE: Sebastian Cunitz, Julius Matuschik
TEXT: Luna Ali